Wir kriegen die Krise? Nicht mit uns!

Die Bundestagswahl ist gelaufen und Schwarz-gelb macht ab jetzt die Gesetze.
Gleichzeitig befinden wir uns in einer weltweiten Wirtschaftskrise, deren wirkliches Ausmaß sich noch nicht für uns gezeigt hat. Als die Krise los ging, haben die damals regierenden Parteien CDU und SPD (die große Koalition) den pleite gegangenen Banken riesige Geldsummen von bis zu 500 Milliarden Euro zugesichert, um deren Finanzgeschäfte am Laufen zu halten.
Das Geld für das Bankenrettungspaket müssen Merkel und Co. nun wieder reinholen. Die Erfahrung zeigt uns, dass sie nicht an das Geld der Reichen gehen werden, sondern massiv Sozial- und Bildungsabbau betreiben werden. Das bedeutet, dass wir Jugendlichen und die arbeitende Bevölkerung die Krise bezahlen sollen.
Weil wir da keinen Bock drauf haben, müssen und sollten wir Widerstand organisieren – gemeinsam mit Dir! Wie genau, das wollen wir auf der Jugendkonferenz von Linksjugend [‘solid] Kassel planen. Die etablierten PolitikerInnen werden sich nach der Wahl nicht um unsere Interessen kümmern. Nur wenn Du aktiv wirst, wird sich etwas verbessern. Wenn die Politik Druck von der Straße spürt, dann muss sie handeln, doch dieser Druck muss erst aufgebaut werden.
Wir wollen diskutieren, wie wir das anstellen, und wie wir Jugendlichen uns wehren können, gegen Ausbildungsplatzmangel und Bildungsabbau, Kürzungen, Nazis, Überwachungsstaat und die ganzen anderen Sachen, die die kapitalistische Krise so mit sich bringt. Auf der Konferenz wollen wir uns in vier Workshops gegenseitig informieren. Außerdem wollen wir gemeinsam Ideen für Widerstand und Kampagnen entwickeln. Auf unserer Homepage findest Du aktuelle Informationen über das genaue Programm der Konferenz.

Workshop 1: Überwachungsstaat
„Polizei- und Militäreinsätze nehmen immer mehr zu. Nicht nur im Ausland, auch in Deutschland selber, zum Beispiel beim G8-Gipfel in Heiligendamm, also zur Eindämmung von demokratischen Rechten. Und egal, wo man hingeht, überall sind Videokameras. In Supermärkten, in Straßenbahnen, an öffentlichen Plätzen und am Arbeitsplatz. Aber Überwachung löst nicht die Probleme, die zu Kriminalität führen, wie Armut, Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit. Deshalb finde ich es wichtig, dass wir gemeinsam dafür kämpfen, diese Probleme zu lösen und unsere Freiheit zurück zu gewinnen!“

Workshop 2: Antifaschismus
„Der Springerstiefel-Bomberjacken-Skinhead ist out. Die Nazis sind bürgerlich bieder geworden, oder sie geben sich mit linker Symbolik antikapitalistisch. Sie sind deshalb nicht weniger gefährlich – im Gegenteil: Vor dem Hintergrund der Kapitalismuskrise und Perspektivlosigkeit vieler Menschen fallen die Scheinlösungen von Nazis und ihre rassistische Hetze oft auf fruchtbaren Boden. Dagegen müssen wir handeln – hier und jetzt! Gemeinsam kein Fuß breit den Faschisten!“

Workshop 3: Bildungsabbau und kommunale Kürzungen
„Vor dem Hintergrund der Krise sitzt die Stadt Kassel auf einem riesigen Schuldenberg. In anderen Städten wird deshalb massiv bei Jugendlichen gekürzt. Jugendzentren, kostenlose Freizeitangebote und Ausbildungsplätze im Öffentlichen Dienst werden dort gestrichen. Damit müssen wir auch hier rechnen. Dazu kommt der übliche Bildungsabbau: Lehrermangel und überfüllte Klassenräume, kein gemeinsames Lernen… Deshalb müssen wir Widerstand organisieren! Kommt am 05.12.09 zu unserem Workshop und werdet aktiv!“

Workshop 4: Ausbildung und Übernahme
„Wir Jugendlichen sind in der aktuellen Krise mit die ersten, die ihren Job verlieren. Etliche von uns werden nach der Ausbildung nicht in dem erlernten Beruf übernommen, andere bekommen gar nicht erst einen Ausbildungsplatz und werden mit schulischen Maßnahmen oder “Berufsvorbereitungsprogrammen” aus der Statistik gemogelt. Nach dem Studium erwarten uns unzählige Praktika… Die kapitalistische Krise verbaut uns die Zukunft! Wir müssen für gute Ausbildung und Arbeit für alle kämpfen und uns für eine echte Perspektive einsetzen!“