Archive for April, 2009

Apr
21

Der folgende Text steht auch als Flugblatt zum download zur Verfügung.

Kapitalistische Krise? Es geht um unsere Zukunft!
Wir befinden uns in der schwersten Weltwirtschaftskrise seit 1929. Mit milliardenschweren “Rettungspaketen” versuchen die Politiker der etablierten Parteien den Schaden für die Banken und Konzerne klein zu halten. Die Lasten der Krise sollen die Beschäftigten, Erwerbslosen und RentnerInnen tragen. Vor diesem Hintergrund steht auch die Zukunft von uns Jugendlichen auf dem Spiel. Ein Beispiel:
In der aktuellen Krise sehen die Konzernchefs ihre Profite schwinden. Deshalb werden zahlreiche Betriebe Massenentlassungen durchführen oder ganz dicht machen. Das trifft Jugendliche besonders hart – Ausbildungsplätze werden gestrichen und Übernahmen bleiben aus. Ein Großteil der jungen Angestellten und ArbeiterInnen ist nur befristet eingestellt. Dieser Teil der Beschäftigten wird derzeit als erstes entlassen.
Höchste Zeit für Widerstand!

Zukunft erkämpfen!
Schon vor der Krise haben sich vor allem die großen Konzerne geweigert auszubilden:

  • Nur 1/4 aller Betriebe bildet überhaupt aus.
  • Den 20.000 offenen betrieblichen Ausbildungsplätzen stehen 84.000 BewerberInnen aus diesem Jahr und 320.000 aus den letzten Jahren gegenüber.

Ausbildung im Kapitalismus heißt vor allem eins: Wenig Kohle, ausbildungsfremde Tätigkeiten, Überstunden… Oftmals gibt es zu wenige AusbilderInnen, teure Lern- und Prüfungsmittel müssen sich Azubis selber kaufen und an Berufsschultagen soll zusätzlich gearbeitet werden. Die Konzernchefs wollen möglichst viel Profit mit Azubis machen. Ausbildungsvergütungen, von denen man leben kann, Gewerkschaftliche Rechte, das Recht auf freie Meinungsäußerung im Betrieb oder der Jungendarbeitsschutz stehen diesem Interesse im Weg. Auch unsere Zukunft ist den Konzernchefs egal. Bei der Übernahme zählt nur die Frage, ob am Ende Gewinn erzielt wird. Wir müssen jetzt Widerstand organisieren, um unser Recht auf eine qualitativ hochwertige Ausbildung für alle und die unbefristete Übernahme im erlernten Beruf zu erkämpfen.

Höchste Zeit für Widerstand!
Deshalb mobilisieren wir zu den Protesten der Gewerkschaftsjugend am 27. April in Kassel, beteiligen uns an der Vorbereitung des bundesweiten Bildungsstreiks am 17. Juni und unterstützen die Mobilisierung zur nächsten Großdemo am 16. Mai in Berlin. Letztlich wird nur ein gemeinsamer Generalstreik aller Betroffenen der Krise die Kraft entfalten, um die drohenden Angriffe zurückzuschlagen und eigene Forderungen durchzusetzen. Die kapitalistische Krise ist kein Grund für Zurückhaltung. Im Gegenteil: Ein System in dem die Profite Weniger wichtiger sind, als die Zukunft der Mehrheit, gehört abgeschafft!

Die Forderungen von Linksjugend ['solid] Kassel für den Widerstand:

  • Jeder private und öffentliche Betrieb muss eine Ausbildungsquote von 10% – gemessen an der Beschäftigtenzahl – erfüllen und alle Kosten für die Ausbildung tragen.
  • Betriebe, die sich dieser Quote verweigern, müssen eine Ausbildungsplatzabgabe von 20.000€ für jeden nicht eingestellten Azubi zahlen, von der zusätzliche qualitativ gute Ausbildungsplätze im öffentlichen Dienst geschaffen werden.
  • Einen diskriminierungsfreien Ausbildungszugang. Es kommt zum Beispiel immer wieder vor, dass jungen Frauen erklärt wird, dass sie in technischen Berufen unerwünscht sind. Damit muss Schluss sein!
  • Eine garantierte unbefristete Übernahme in Vollzeitbeschäftigung im erlernten Beruf. Um das zu ermöglichen fordern wir eine Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden pro Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich.
  • Eine existenzsichernde Vergütung mit der man leben soziale und kulturelle Angebote wahrnehmen kann.
  • Einschüchterungsversuche gegen Jugendliche, die für ihre Interessen und Rechte kämpfen, stehen im Betrieb regelmäßig auf der Tagesordnung. Wir fordern, dass Auszubildende frei für ihre Rechte eintreten, streiken und sich gewerkschaftlich organisieren können.

Für eine selbstbestimmte Ausbildung!
Jede unserer Forderungen zeigt, dass der der Ausbildungsalltag nicht weiter vom Profitinteresse der Chefetage bestimmt werden darf. Wir kämpfen für eine selbst bestimmte Ausbildung, die sich an den Interessen und Fähigkeiten von Azubis und Beschäftigten orientiert. Damit das möglich ist, muss allerdings das kapitalistische Profitsystem als ganzes abgeschafft werden. Wir setzen uns deshalb für eine sozialistische Gesellschaft ein, in der die Wirtschaft und Gesellschaft nach den sozialen und ökologischen Bedürfnissen der Menschen demokratisch geplant wird. Dazu müssen die Banken und Großkonzerne in öffentliches Eigentum überführt, demokratisch kontrolliert und verwaltet werden.

Apr
14

ostermarsch1Mehrere AktivistInnen der Linksjugend [’solid] Kassel nahmen am diesjährigen, sehr sonnigen Osterfriedensmarsch teil. Die beiden Demonstrationszüge gingen vom Bebelplatz und vom Kulturzentrum Schlachthof aus und hatten insgesamt ca. 600 TeilnehmerInnen.
Die Abschlusskundgebung fand am Rathaus statt. Dort gab es mehrere Reden, unter anderem von der Stadtschülersprecherin Clara Schmidt-Schalles, der einzigen jungen Rednerin an diesem Tag, und dem Schauspieler und ver.di-Mitglied Rolf Becker, welcher seine kämpferische Rede zum Rundumschlag gegen Kriegs- und Wirtschaftspolitik nutzte. Musikalisch begleitet wurde die Kundgebung von Dieter Dehm, Mitglied in der Fraktion DieLinke. im Bundestag.
Eine Störaktion wollen wir aber nicht unerwähnt lassen: Eine Gruppe von antideutschen Jugendlichen störte die Abschlusskundgebung durch Stör- und Buhrufe und isolierte sich damit vom Rest der TeilnehmerInnen. Wir können nur hinzufügen, dass, wie auf der restlichen Welt auch, im Nahen Osten für uns die Grenzen nicht zwischen Religionen und Nationalitäten, sondern zwischen „oben“ und „unten“ verlaufen und dass es sowohl auf palästinensischer als auch auf israelischer Seite KriegsverliererInnen und Kriegsprofiteure gibt.

Apr
05

Die Proteste gegen den NATO Gipfel sind im vollen Gange, und die gesamte Welt wird von den Medien mit den Bildern der gewaltsamen Ausschreitungen überflutet. Der NATO als kriegstreibenden Kraft des westlichen Imperialismus mit Molotow-Cocktails und brennenden Barikaden gegenüberzutreten ist weder Klug noch trifft es diejenigen gegen den sich der Protest richtet. Es zerstört Werte und riskiert Menschen die nicht zur herrschenden Klasse gehören ihrer Existenz zu berauben. Nicht zuletzt liefert es den Medien die Bilder, die sie benötigt und begierig verbreitet um den sinnvollen Protest als sinnlose Aktion gewaltsamer Chaoten abzutun. Ebenso verkehrt wie die Ausschreitungen selbst ist es aber, diese isoliert nur auf den NATO Gipfel zu beziehen. Neben den selbstherrlich in die Kamera grinsenden Oberhäuptern der NATO Mitgliedstaaten richtet sich der Protest auch gegen den von den selben Oberhäuptern vertretenen Kapitalismus, der nicht erst jetzt, wo er in der Krise zeitweise 20000 Arbeitslose pro Tag produziert, sondern vor allem in den letzten Jahrzehnten für weltweite Armut und Ausbeutung der dritten Welt verantwortlich ist.
Die brennenden Blockaden sind ein Aufschrei einer Generation die in der herrschenden Kapitalistischen Welt keine Perspektive für sich sieht und der Ignoranz ihrer Vertreter gegenübersteht die aus Angst ihre Macht zu verlieren keine Mittel anerkennen die tatsächlich geeignet wären die Krise zu überwinden. Für die Krise gibt es keine im Kapitalismus systemimmanenten Mittel. Bleibt man im Kapitalismus so kann man die Krise allerhöchstens abschwächen oder verzögern.
Die einzige Möglichkeit die Krise zu überwinden heißt den Kapitalismus zu überwinden.
Einem System das für wachsende Renditen und ungebremstes Profitstreben bereit ist nicht nur die arbeitende Bevölkerung sondern auch die Umwelt und damit den Planeten auf dem wir leben bis zur Erschöpfung auszubeuten darf nicht länger Raum gegeben werden sein Handeln weiter fortzuführen. Jedes Opfer, dass die Arbeitende Klasse jetzt und in Zukunft bringt um die Welt aus der Krise zu befreiten dient nur der Stabilisierung und Erneuerung des Systems, stellt eine verschärfte Ausbeutung dar und sichert zukünftige Ausbeutung. Jede Lüge die den Menschen aufgetischt wird um zu glauben, dass sie dies tun müssten ist eine Lüge die die NATO Staaten vertreten.