Der folgende Text steht auch als Flugblatt zum download zur Verfügung.
Kapitalistische Krise? Es geht um unsere Zukunft!
Wir befinden uns in der schwersten Weltwirtschaftskrise seit 1929. Mit milliardenschweren “Rettungspaketen” versuchen die Politiker der etablierten Parteien den Schaden für die Banken und Konzerne klein zu halten. Die Lasten der Krise sollen die Beschäftigten, Erwerbslosen und RentnerInnen tragen. Vor diesem Hintergrund steht auch die Zukunft von uns Jugendlichen auf dem Spiel. Ein Beispiel:
In der aktuellen Krise sehen die Konzernchefs ihre Profite schwinden. Deshalb werden zahlreiche Betriebe Massenentlassungen durchführen oder ganz dicht machen. Das trifft Jugendliche besonders hart – Ausbildungsplätze werden gestrichen und Übernahmen bleiben aus. Ein Großteil der jungen Angestellten und ArbeiterInnen ist nur befristet eingestellt. Dieser Teil der Beschäftigten wird derzeit als erstes entlassen.
Höchste Zeit für Widerstand!
Zukunft erkämpfen!
Schon vor der Krise haben sich vor allem die großen Konzerne geweigert auszubilden:
- Nur 1/4 aller Betriebe bildet überhaupt aus.
- Den 20.000 offenen betrieblichen Ausbildungsplätzen stehen 84.000 BewerberInnen aus diesem Jahr und 320.000 aus den letzten Jahren gegenüber.
Ausbildung im Kapitalismus heißt vor allem eins: Wenig Kohle, ausbildungsfremde Tätigkeiten, Überstunden… Oftmals gibt es zu wenige AusbilderInnen, teure Lern- und Prüfungsmittel müssen sich Azubis selber kaufen und an Berufsschultagen soll zusätzlich gearbeitet werden. Die Konzernchefs wollen möglichst viel Profit mit Azubis machen. Ausbildungsvergütungen, von denen man leben kann, Gewerkschaftliche Rechte, das Recht auf freie Meinungsäußerung im Betrieb oder der Jungendarbeitsschutz stehen diesem Interesse im Weg. Auch unsere Zukunft ist den Konzernchefs egal. Bei der Übernahme zählt nur die Frage, ob am Ende Gewinn erzielt wird. Wir müssen jetzt Widerstand organisieren, um unser Recht auf eine qualitativ hochwertige Ausbildung für alle und die unbefristete Übernahme im erlernten Beruf zu erkämpfen.
Höchste Zeit für Widerstand!
Deshalb mobilisieren wir zu den Protesten der Gewerkschaftsjugend am 27. April in Kassel, beteiligen uns an der Vorbereitung des bundesweiten Bildungsstreiks am 17. Juni und unterstützen die Mobilisierung zur nächsten Großdemo am 16. Mai in Berlin. Letztlich wird nur ein gemeinsamer Generalstreik aller Betroffenen der Krise die Kraft entfalten, um die drohenden Angriffe zurückzuschlagen und eigene Forderungen durchzusetzen. Die kapitalistische Krise ist kein Grund für Zurückhaltung. Im Gegenteil: Ein System in dem die Profite Weniger wichtiger sind, als die Zukunft der Mehrheit, gehört abgeschafft!
Die Forderungen von Linksjugend ['solid] Kassel für den Widerstand:
- Jeder private und öffentliche Betrieb muss eine Ausbildungsquote von 10% – gemessen an der Beschäftigtenzahl – erfüllen und alle Kosten für die Ausbildung tragen.
- Betriebe, die sich dieser Quote verweigern, müssen eine Ausbildungsplatzabgabe von 20.000€ für jeden nicht eingestellten Azubi zahlen, von der zusätzliche qualitativ gute Ausbildungsplätze im öffentlichen Dienst geschaffen werden.
- Einen diskriminierungsfreien Ausbildungszugang. Es kommt zum Beispiel immer wieder vor, dass jungen Frauen erklärt wird, dass sie in technischen Berufen unerwünscht sind. Damit muss Schluss sein!
- Eine garantierte unbefristete Übernahme in Vollzeitbeschäftigung im erlernten Beruf. Um das zu ermöglichen fordern wir eine Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden pro Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich.
- Eine existenzsichernde Vergütung mit der man leben soziale und kulturelle Angebote wahrnehmen kann.
- Einschüchterungsversuche gegen Jugendliche, die für ihre Interessen und Rechte kämpfen, stehen im Betrieb regelmäßig auf der Tagesordnung. Wir fordern, dass Auszubildende frei für ihre Rechte eintreten, streiken und sich gewerkschaftlich organisieren können.
Für eine selbstbestimmte Ausbildung!
Jede unserer Forderungen zeigt, dass der der Ausbildungsalltag nicht weiter vom Profitinteresse der Chefetage bestimmt werden darf. Wir kämpfen für eine selbst bestimmte Ausbildung, die sich an den Interessen und Fähigkeiten von Azubis und Beschäftigten orientiert. Damit das möglich ist, muss allerdings das kapitalistische Profitsystem als ganzes abgeschafft werden. Wir setzen uns deshalb für eine sozialistische Gesellschaft ein, in der die Wirtschaft und Gesellschaft nach den sozialen und ökologischen Bedürfnissen der Menschen demokratisch geplant wird. Dazu müssen die Banken und Großkonzerne in öffentliches Eigentum überführt, demokratisch kontrolliert und verwaltet werden.

Mehrere AktivistInnen der Linksjugend [’solid] Kassel nahmen am diesjährigen, sehr sonnigen Osterfriedensmarsch teil. Die beiden Demonstrationszüge gingen vom Bebelplatz und vom Kulturzentrum Schlachthof aus und hatten insgesamt ca. 600 TeilnehmerInnen.









