
Auch in Kassel gibt es gewaltbereite Nazis, vor allem die Gruppe „Sturm 18“.
Sie zeigen Präsenz in der Öffentlichkeit und belästigen Menschen, welche nicht
in ihre beschränkte Weltvorstellung passen. Bernd T., einer der Köpfe der
Gruppe, prügelte, 1993 bereits einen Menschen zu Tode.
Eine weitere Gruppe ist der „Freie Widerstand Kassel“, welcher bereits durch das Unterwandern der Bettenhäuser Feuerwehr bekannt wurde.
Beide sind ein ernstes Problem. Doch gerade die Nazis vom „Sturm 18“ hängen an öffentlichen Plätzen wie dem Friedrichs- oder Königsplatz herum, aber auch vor Supermärkten in der Nordstadt. Durch ihren massiven Alkoholkonsum und ihr Auftreten als Gruppe mit Kampfhunden schüchtern sie ein. Sie beleidigen und belästigen andereMenschen. Aber auch Gewalttaten gehören zum Repertoire der Gruppe.
Die jüngsten Erkenntnisse über dieneun Morde des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) zeigen deutlich,
dass die Gefahr von Naziterror in den letzten Jahren durch Medien und Politik unterschätzt und verharmlost wurde.
Mal wieder wird uns gezeigt, dass die Ideologie der Nazis auf Terror und Mord hinausläuft. Das zeigen auch die 182
Menschen, welche seit 1990 durch Nazis ermordet wurden (Zahl der Amadeu-Antonio-Stiftung), ebenso wie das
kürzlich verübte Massaker des Faschisten Andreas Breivik in Norwegen, bei dem 77 Menschen getötet wurden.
Bedenklich ist auch wie stark der Verfassungsschutz (VS) in die Mordserieverwickelt ist. In Kassel wurde Halit
Yozgat am 6. April 2006 in einem Internetcafé in der Nordstadt erschossen. Nur wenige Minuten vorher befand
sich Andreas T., ein Beamter des Verfassungsschutzes aus Hofgeismar, am Tatort. Dass der Staat selbst so tief in
der rechten Szene steckt, zeigt:
Wir müssen selbst aktiv werden und können uns nicht auf die staatlichen Organe verlassen!
Denn die Verflechtung von Geheimdienst und rechter Szene ist kein Zufall. Der Verfassungsschutz wurde einst gezielt gegründet, um gegen Linke vorzugehen, und beherbergte viele ehemalige Mitglieder von NSDAP und Gestapo, die ihre Ideologie dort weiterleben konnten. Natürlich ist es auch kein Zufall, dass es Faschismus und Rassismus gibt, auch dafür gibt es gesellschaftliche Gründe. Unsere Gesellschaft ist auf Ungleichheit, auf Reichtum und Armut aufgebaut und bietet so Anknüpfungspunkte für Rassismus. Nazis und Rassisten schieben soziale Probleme wie fehlende Arbeitsplätze,
Sozialabbau und Armut Sündenböcken, die nicht in ihr Weltbild passen, in die Schuhe und nicht den wahren Verant-
wortlichen in der Politik und den Chefetagen.

Demo gegen Nazis in Kassel am 17.09.11 mit über Tausend Teilnehmern
Klar ist: Wir dürfen den Nazis nicht den öffentlichen Raum überlassen, Nazis dürfen bei uns nicht toleriert werden.
Wir müssen uns gemeinsam gegen sie wehren. Gemeinsam mit einem Bündnis sind wir dabei, eine Kampagne gegen
Rechts zu starten.Weitere Infos gibt es auf unseren Treffen, immer mittwochs um 18:30 Uhr im LINKE-Büro, Schillerstraße 21 (gegenüber der Walter-Hecker-Schule).
Dort besprechen wirnicht nur weitere Aktionen, sondern diskutieren auch gesellschaftliche Grundlagen von Rassismus und Faschismus sowie politische Theorie wie die Rolle
des Staates. Werdet mit uns aktiv!
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