Mrz
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Wie alle bekannten Nachrichtenagenturen mitteilten, wurde heute morgen die rechtsradikale Organisation „Heimattreue Deutsche Jugend“ (HDJ) verboten. Als Konsequenz darauf wurden die Büros und Wohnungen der führenden Mitglieder durchsucht und das Vermögen des Vereins beschlagnahmt.
Solid Kassel begrüßt die Entscheidung des Innenministers, weist allerdings darauf hin, dass die HDJ seit 1990 gearbeitet hat, und ein Verbot somit die Richtige Entscheidung war, allerdings viel zu spät erfolgt ist um glaubhaft ein entschlossenes Handeln der Bundesregierung gegen Rechtsradikalismus zu symbolisieren. Die Machenschaften des Vereins waren dem Verfassungsschutz und der Regierung seit Jahren bekannt, so dass man sich fragt warum man die Neonazis so lange hat gewähren lassen. Bereits jetzt ist abzusehen, dass die HDJ die Zeit in der das Verbot bereits abzusehen war genutzt hat um neue Strukturen aufzubauen, die nahtlos an die bisherige Arbeit anknüpfen können. Es ist also fraglich ob diese medienwirksame Aktion tatsächlich die Neonazis nachhaltig in ihren Machenschaften stört.
Rechtes Gedankengut ist mittlerweile in vielen gesellschaftlichen Schichten vertreten und bekommt auch unter jugendlichen eine stetig wachsende Zahl von Anhängern. Armut und soziale Missstände bieten einen Nährboden für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Das einzig wirksame Mittel um diesem wirksam entgegenzutreten ist das Übel an der Wurzel zu packen und den Jugendlichen wieder eine Perspektive zu geben. Wer eine Zukunft vor sich hat muss nicht nach „Schuldigen“ für seine eigene Situation suchen. In diesem Bereich wirkt die derzeitige Bundesregierung leider mehr als kontraproduktiv.

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