Jan
27

Anlässlich der Rosa-Luxemburg-Konferenz hatte Gesine Lötzsch, Vorsitzende der Partei Die Linke, Anfang des Jahres einen Artikel mit dem Titel „Wege zum Kommunismus“ für die Tageszeitung „junge Welt“ verfasst. Dieser Artikel wurde von den bürgerlichen Medien stark kritisiert, vor allem die Verwendung des Begriffs Kommunismus.

Hierzu gibt es zweierlei festzustellen:
Erstens wurde die Debatte über diesen Artikel von den Medien künstlich hochstilisiert. Dass die bürgerlichen Medien den Artikel der Parteivorsitzenden als gefundenes Fressen für ihre antikommunistische Stimmungsmache nutzen, zeigt letztlich nur ihre Besorgnis über das Erstarken einer neuen antikapitalistischen Kraft. Zwar freuen sich die Medien über jede Gelegenheit, Die Linke schlecht dastehen lassen zu können, ihr Griff in die Mottenkiste des Kalten Kriegs macht darüber hinaus aber deutlich, wie wenig negatives sie tatsächlich über die Partei zu berichten haben. Übrigens: Die lokale Tageszeitung HNA hat Gesine Lötzsch um ein Interview gebeten, allerdings unter der Bedingung, dass sie ihre Zitate, bevor diese gedruckt werden, nicht autorisieren darf. Es besteht also keine Möglichkeit, zu kontrollieren, ob die HNA ihre Äußerungen absichtlich missverständlich oder falsch abdruckt.

Des Weiteren ist die Kritik an der Verwendung des Begriffs Kommunismus besser zu verstehen, wenn man sich überlegt, was viele Menschen auf Grund der Geschichte und eigener negativer Erfahrungen mit diesem Begriff verbinden, nämlich vor allem die DDR und den Stalinismus. Wir allerdings würden die DDR nie als kommunistische Gesellschaft bezeichnen. Doch was heißt Kommunismus für uns? In erster Linie die Überwindung des Kapitalismus und das Ziel einer klassenlosen Gesellschaft, in der es keine Ausbeutung des Menschen durch den Menschen gibt. Kommunismus heißt für uns, dass nicht aus wirtschaftlichen Interessen und für den Profit produziert wird, sondern dass sich die Produktion an den Bedürfnissen der Menschen und der Umwelt orientiert. Hierzu gehört, dass Betriebe vergesellschaftet werden. Denn dadurch erhalten die Arbeiter und Arbeiterinnen die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, was und wie produziert wird. Kommunismus bedeutet also echte Demokratie.

Im Übrigen sollte man sich nicht immer nur mit der Vergangenheit der Linken befassen. Wer etwas über die aktuellen Positionen erfahren, mit uns weiter diskutieren oder Gesine Lötzsch mal live erleben möchte, kommt am besten am Freitag, 28.1. um 18.30 Uhr ins Alevitische Zentrum Kassel, Kurt-Schumacher-Straße 7. Hier findet die Auftaktveranstaltung zum Wahlkampf der Kasseler Linken.ASG mit Gesine Lötzsch und Kai Boeddinghaus (Oberbürgermeisterkandidat) statt.

Also bis bald!

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